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Project Ara: Google entwickelt modulares Smartphone nach dem Lego-Prinzip

Schon längere Zeit gab es das Gerücht, dass Google an einem Smartphone arbeitet, welches modular aufgebaut wird, jetzt hat das Unternehmen dies bestätigt und Einzelheiten zu dem Projekt namens "Ara" genannt.

Google Project Ara © eskay / Shutterstock.com

Zunächst war das Projekt vor einem knappen Jahr bei Motorola in der Forschungsabteilung ATAP angelaufen. Diese Abteilung ist bei dem Deal als Motorola an Lenovo verkauft worden ist nicht Gegenstand des Verkaufs gewesen.

Und wie es scheint ist das Project Ara wohl in einem fortgeschrittenen Stadium, denn Google hat wohl schon konkrete Pläne die sogar eine Vermarktung im nächsten Jahr andeuten. „Ara“ baut auf einer Basisstruktur auf, die Endo bezeichnet wird und nach Kundenwunsch bestimmte Module aufnehmen kann. So könnte sich der Kunde für ein größeres Display, eine Hardware-Tastatur oder einen zusätzlichen Akku entscheiden, wenn er sich sein eigenes Smartphone zusammenstellt. Google geht sogar so weit, dass der Austausch der Module während des Betriebs möglich sein soll und nicht mal einen Neustart erfordert.

Die Forschungsgruppe ATAP wird von Regina Dugan geleitet, die zuvor Chefin in der Forschungsbehörde der US-Streitkräfte war. In dieser Abteilung werden die sogenannten „Mondflug“-Projekte vorangetrieben, hier will Google kommerziell umsetzbare Innovationen umsetzen. Das vor kurzem vorgestellte Project Tango – ein Smartphone welches das Ziel hat die Umgebung in 3D zu erfassen – stammt auch aus den Händen von ATAP.

Die Entwickler geben an, dass sie als Vorbild für das Project Ara das Android-System selbst genommen haben. So gaben sie an, dass sie die vorteilhaften Software-Eigenschaften von Android, also modulare Aufbauweise, offenes System, darüber stülpbare Benutzeroberfläche usw. auf ein Hardware-System übertragen wollten.

Die Basisvariante, also das „Grundmodul“ des Smartphone ist mit WLAN ausgerüstet und soll nur 50 Dollar in der Herstellung kosten. Der Kunde kann zum Grundmodul dann ganz nach Belieben eine Kamera, einen schnelleren Prozessor, Lautsprecher oder andere Komponenten hinzufügen. Das Endo Skelett, welches die einzelnen Module dann aufnehmen soll ist in drei verschiedenen Größen erhältlich und besteht aus Aluminium. Die einzelnen Module sind nur vier Millimeter dick und ermöglichen es, dass das fertige Smartphone als Endprodukt nur 9,7 Millimeter dick ist.

Bei der Entwicklung des Smartphones arbeitet Google mit externen Unternehmen und sogar Universitäten zusammen. Dabei kommen auch 3D-Drucker zum Einsatz die eine flexiblere und vollkommen neue Produktionsweise ermöglichen sollen.

Auf einer Ara-Entwickler Konferenz im April sollen die Ideen in Produktionsprozesse umgewandelt werden bevor das „Ara“ Smartphone zunächst in einer lokal beschränkten Region an den Start gehen soll. Ab diesem Zeitpunkt soll auch schon eine Vorversion des Module Developer Kits bereit geben. Sollte Google die Pläne wirklich so umsetzen, dann können wir uns auf ein sehr interessantes Smartphone freuen, welches ganz neue Wege bestreiten wird.