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Nach Protesten und Klagen: Telekom schafft die DSL-Drossel wieder ab

Monate nachdem die Telekom massiv in Kritik geraten war, kehrt sie um 180 Grad um und schafft die Drosselung - die so noch monatelang vehement verteidigt hatte - wieder ab.

Bündelung von DSL und LTE für schnelles Internet © Tupungato / Shutterstock.com

Wir erinnern uns: Als erstes großer flächendeckender Internet-Provider hatte die Telekom vor Monaten angekündigt ihren DSL-Kunden nach Verbrauch eines Inklusiv Volumens die Zugänge zu drosseln. So sollten nach einem Verbrauch von 30 Gigabyte die Kunden nur noch mit einer Geschwindigkeit von 384 KB/s surfen können. Zum Vergleich: Ein langsamer Internet-Anschluss mit 6000 KB/s ist ca. 20-mal so schnell. Mit dieser Geschwindigkeit hätte der Aufbau einer einfachen Website eine Minute gedauert. Die Drosselung wurde bereits in die AGB’s aufgenommen und die Kunden darüber informiert. Für bestimmte Produkte, welche die Telekom mitvermarktet sollte die Drosselung jedoch nicht gelten. So hätten Fremdanbieter das Nachsehen gehabt. Gerade Nutzer von Smartphones oder Tablets nutzen aber verschiedene Musikdienste wie z.B. Google Music die einen hohen Datenverbrauch haben.

Die Telekom begründetet die Drosselung damit, dass man Kunden die sehr viel Volumen verbrauchen zur Kasse beten wolle, während der normale Durchschnittsuser in der Regel nie an die Grenzen der Drosselung kommen würde. Nach heftigen Protesten ruderte die Telekom jedoch in einem ersten Schritt etwas zurück und gab bekannt, dass die DSL-Zugänge nun nach Verbrauch des Inklusiv Volumens nicht mehr ganz so stark gedrosselt werden, statt auf 384 KB/s nun auf 2000 KB/s.

Danach wurde es etwas stiller um die Drosselungs-Pläne der Telekom bis ein Gericht in einem Grundsatzurteil beschloss, dass die Telekom ihre DSL Zugänge nicht mehr als „Flatrate“ bezeichnen und verkaufen darf, wenn diese nach Verbrauch eines Inklusiv Volumens gedrosselt werden.

Die Telekom ändert jetzt Ihre Pläne glücklicherweise komplett und hat beschlossen, dass die Drosselklausel wieder komplett zurück genommen wird. „Sie können Ihren Call & Surf Tarif weiterhin uneingeschränkt nutzen, also auch über 2016 hinaus das volle Flatrate-Vergnügen im Festnetz genießen.“ Die Änderungen treten automatisch für alle Festnetz-Kunden der Telekom in Kraft.

Ein wirklich positives Ergebnis, welches jedoch nur durch den starken Protest der Internet-Gemeinde und verschiedener Organisationen zu verdanken ist.